Pressemitteilungen

20.05.2021, 09:45 Uhr | Verfasser: Julian Bußmann
Wir planen ein Demenzdorf für Braunschweig
Thorsten Wendt: „Angesichts steigender Fallzahlen bedarf es kreativer Lösungen, um dem Problem menschenwürdig Herr zu werden“

Demenzielle Erkrankungen und damit einhergehende Probleme in der häuslichen Betreuung und Pflege der Betroffenen stellen einen häufigen Grund für den Einzug in ein Pflegeheim dar. Die Auslastung der in Braunschweig zur Verfügung stehenden, stationären Einrichtungen ist nahezu komplett. Bei angesichts unserer weiter alternden Gesellschaft prognostiziertem steigendem Bedarf müssen neue Kapazitäten geschaffen werden. Wir schlagen dafür vor, ein Demenzdorf einzurichten.

Die Zahl der Demenzkranken steigt kontinuierlich und wir wollen eine kreative Lösung: ein Demenzdorf

Aktuell sind in Braunschweig nach Schätzungen etwa 4200 Personen von einer Demenzerkrankung betroffen. Bundesweit geht die Deutsche Alzheimergesellschaft derzeit von täglich 900 neuen Erkrankungen aus. Nach Modellrechnungen könnte sich die Zahl der Demenzkranken in Deutschland von momentan 1,6 Millionen auf knapp drei Millionen im Jahr 2050 erhöhen. „Runtergebrochen auf unsere Stadt bedeutet das eben auch fast eine Verdoppelung der betroffenen Menschen. Angesichts dieser Fakten ist Handlungsbedarf unübersehbar. Wir brauchen kreative Lösungen, um dem Problem menschenwürdig Herr zu werden“, sagt unser sozialpolitischer Sprecher Thorsten Wendt.

Vorbild könnte das bereits in Hameln existierende Demenzdorf der Julius-Tönebön-Stiftung sein, das demenzgerechte alternative Lebensräume bietet. Die Wohnanlage mit sechs Häusern wurde nach dem Prinzip einer überschaubaren Lebenswelt auf die spezifischen Bedürfnisse Demenzkranker ausgerichtet. Die mittlerweile 76 dort lebenden Menschen mit Demenz und zusätzlichem Betreuungsbedarf fühlen sich in familienähnlichen, übersichtlichen Wohngemeinschaften im Sinne eines normalen Alltagslebens wohl. Zum umgesetzten Konzept gehört zum Beispiel, dass Alltagsgestalter mit den Bewohnern im eigenen Einkaufsmarkt mit einem bedürfnisorientierten Grundsortiment einkaufen.

„Das ist auch für uns in Braunschweig ein bedenkenswertes Konzept. Deswegen haben wir zunächst entsprechende Fragen an die Verwaltung gerichtet, welche Grundlagen erfüllt sein müssen für eine derartige Einrichtung und, ob die Stadt ein derartiges Projekt zum Beispiel mit der Bereitstellung eines geeigneten Grundstücks unterstützen würde. Unser Ziel ist es, in Braunschweig ein Demenzdorf aufzubauen. Wir gehen von einer breiten öffentlichen und politischen Unterstützung aus“, hofft Wendt. Mit einer Anhörung im Ausschuss für Soziales und Gesundheit soll nun ein weiterer Schritt folgen.

„In der häuslichen Betreuung stoßen pflegende Familienangehörige häufig und schnell an physische und psychische Grenzen. Eine stationäre Pflege ist in den meisten Fällen die konsequente Lösung. Da die Belegungsquoten der bestehenden Einrichtungen bei nahezu 100 Prozent liegen, halten wir neue und kreative Ansätze für unumgänglich. Die Problematik wird in den nächsten Jahren weiter zunehmen. Wir erwarten von der Verwaltung, dass bei der Aktualisierung der Altenhilfe- und Pflegeplanung Demenz besondere Berücksichtigung findet“, fordert Thorsten Wendt. 

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